Music Alliance Pact January 2012

Im Januar neu dabei ist endlich auch ein österreichisches Blog, Walzerkönig, willkommen!

GERMANY – Blogpartei
ApparatAsh/Black Veil

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This month we’ve got one of the most discussed German artists of last year. Apparat’s 2011 album The Devil’s Walk took the concept of Sascha Ring, the man behind the moniker, further. The soundscapes created feels like a cairn, carefully layered and poised, yet built to last; but Ring has decided to use his falsetto, which has caused controversy with reviewers. Decide for yourself if this concept works well on Ash/Black Veil. I think it does!

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Die unergründlichen Wege eines Stammgastes

Zu meiner Zeit als DJ im montäglichen Münchner Nachtleben hatte ich einen Stammgast, der jeden Montag ins Valentinstüberl tingelte. Er war ein etwas verkniffener Typ, Lennon’sche Nickelbrille, schütteres Haar mittellang getragen, hellgrauer Trenchcoat und Alukoffer als Accessoires. Irgendwann stand er montags immer an der Bar, mir gegenüber, trank sein Pils, unterhielt sich mit niemandem und schaute dann und wann auf die Videos, die ich an die Wand warf; Mario Speedruns oder Bob Ross, je nach Laune und Musikart. Nach einigen Wochen nickte er mir jedes Mal freundlich zu, sobald ich Blickkontakt mit ihm aufnahm – was angesichts seiner Platzwahl recht häufig war. Eines Tages kam er zu mir hoch, stellte sich kurz vor und beglückwünschte mich zu meiner “stets herausragenden Musikauswahl”; sie sei wesentlich durchdachter und reifer (sic!) als die anderer DJs. Nunja, ich hatte zwar schon damals ein Faible für etwas obskurere Musik, spielte aber auch gerne und häufig den sog. Indie-Mainstream. Ab da kam er jede Woche auf einen Schwatz zu mir, stieß mit mir an und verließ danach meist die Örtlichkeit.

An einem Abend, an dem ich zugegebenermaßen etwas beschwipst war, hatte er ein Geschenk für mich dabei, eine CD. Dazu erzählte er mir von seiner Arbeit, er sei nämlich Produzent und habe in den 70ern wichtige Bands betreut. Leider war ich nicht geistesgegenwärtig genug, da nachzuhaken, was mich heute noch ärgert. Nachdem er mich nochmals gelobt hatte, dass mit Vinyl aufzulegen die richtige Wahl sei – was er mir anhand zahlreicher technischen Details erläuterte – musste ich mich wieder der Musik zuwenden, immerhin war die aufgelegte Platte bereits komplett durchgelaufen. Als ich mich wieder zu ihm umdrehte, war er weg.

Da ich zu der Zeit recht eingespannt war, lies ich die CD erstmal ruhen und dadurch verschwand sie mit der Zeit hinter einem Stapel anderer Aufnahmen in meinem kleinen WG-Zimmer. Demletzt zog ich sie zufällig wieder hervor und legte sie ein. Und siehe da, er hatte mir Niemen (sprich Njemen) mitgebracht, eine der wichtigsten polnischen Bands des 20. Jahrhunderts, mit Czesław Niemen als Kopf des Vierlings; seine drei Bandmitglieder gelten in manchen Kreisen als die besten Musiker, die Polen hervorgebracht hat. Ich hatte mit der 1972 erschienenen “Strange Is This World” eine der erklärten Vorzeigeplatten geschenkt bekommen, Niemens psychedelische Phase um 1970 herum gilt als die kreativste. Es ist psychedelischer Blues in seiner Reinform, teils trostlos depressiv, teils überkochend energetisch und expressiv, auf alle Fälle aufmerksamkeitsfordernd und nicht gerade zugänglich.

Dies weist ihn als Kind seiner Zeit aus, aber ebenso sicherlich der exzessive Einsatz der Hammondorgel oder auch seine Stimme, ein rohes Organ zwischen Gesand und Schrei, wie es im Soul bspw. James Brown ebenfalls besaß. Zeitlos mir dagegen das variantenreiche Schlagzeugspiel und die verqueren Einschübe von Blech- und Holzbläsern, die man so auch jederzeit von aktuelleren Bands wie Animal Collective, Gonjasufi und Konsorten erwarten kann. Die Nachfolgeplatte “Ode To Niemen” driftete dann bereits in diese Art von großkotzigem Balladenrock ab, die ich noch nie mochte.

Um mehr herauszufinden, studierte ich das fotokopierte Inlay der CD-Hülle, ein paar Pressestatements waren dort abgedruckt, unter anderem von einem Martin Clarke:

Niemen is Polish, although he was born and raised in Belorussia. That much I knew when I first met him. [...] The standard of musicianship in the band is frighteningly high, with every member of the band contributing equally to the overall sound. It is always difficult to record a band which has so much spontaneous freedom endemic in it’s music. I think we have succeeded.

Natürlich suchte ich sofort nach Martin Clarke, der offenbar der Produzent, zumindest aber ein Studiotechniker von Niemen gewesen sein musste; ich fand auch einen in Schottland, ein “sound artist. His work makes extensive use of environmental sound”, was ja passen würde. Doch was kam als Antwort auf meine hocherfreute Anfrage?

Thanks for getting in touch. I’m afraid I’d never heard of Niemen before this morning. He sounds pretty cool though, thanks for alerting me :)

Schade! Ob der Herr, der mir die CD schenkte, mit Niemen beruflich zu tun gehabt hatte? Ob er Martin Clarke war? Ich werde es nicht herausfinden, ich sah ihn nie wieder.

Konzertplakate: Mark McDevitt

Mark McDevitt von dem Duo Methane Studios hat ein feines Händchen für Plakate. Sein Stil ist bemerkenswert: Abwechslungsreichtum, white space, geometrische Muster, gediegene Schriftsetzung. Die Selbstbeschreibung von Methane trifft es gut, wenn man bedenkt, dass die Plakate zT schon einige Jahr alt sind: “We take great pride in designing posters with a unique and fresh approach.”

Wenn ich meine Lesezeichen für zukünftige Artikel zu diesem Thema durchschaue, fällt mir auf, dass diverse Bands gehäuft auftreten. An wem von den beiden Seiten das liegt, sei mal dahingestellt.

In loser Reihe werden hier Konzertplakate von einem ausgewählten Gestalter vorgestellt. Denn jene sind eigentlich omnipräsent, werden aber nur selten gewürdigt, sodass vielfach die Qualität nachlässt. Dem muss man entgegensteuern!

Music Alliance Pact December 2011

Meine Empfehlungen für den Dezember: Hektischer Eklektismus aus Australien von Tim Fitz , entspannter Folk aus Reykjavík von Low Roar , The Eversons aus Neuseeland möchten gerne die neuen Art Brut sein , Brasilianischen Einfluss par excellence hört man bei Portugals Julie & The Carjackers heraus , jazziger HipHop ist des Öfteren Garant für spannende Songs, so wie bei Arktor aus Russland . Wer auf wuchtigeren Electronica als das übliche Gesäusel steht, wird bei den Südafrikanern von The Frown bedient . Dass in der Türkei gerade der Bär in Sachen Kultur steppt, kann man nicht nur sehen, sondern auch hören: Toz Ve Toz vereint die Vorliebe des türkischen Underground für TripHop mit Folklore, schlurfend mit Schneebesen, super! . Und auch aus den USA wieder ein guter Song, wuchtig, zwischen An- und Entspannung gefangen

GERMANY: Blogpartei
Kraków Loves AdanaSilver Screen

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The Black Forest, a myth. Since Kraków Loves Adana come from Freiburg, we can all speculate whether the forest has its influence or not. Hence, the sound of this duo is outstanding. The voice of Deniz Cicek is remarkably dark and complex, the use of the instruments is deliberate, creating deep and slightly ominous songs. Silver Screen is a MAP exclusive from their upcoming second album, which will be released in early 2012.

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Wer ist denn … Silent Portraits?

Der geneigte Musikkritiker ist ja, sodenn er nicht in den Mühlen der Veröffentlichungsmaschine langsam zu geschmacksneutralem Mehl zermalmt werden soll, stets auf der Suche nach vielversprechender neuer Musik oder solcher, die eine Retrospektive verdient. Über den kurzen Satz »Viel mehr findet man nicht über Silent Portraits.« stolperte ich bei André vor bald einem Jahr und vergaß Silent Portraits seitdem nicht mehr. Wie könnte man auch angesichts eines Zitats wie »I improvise little tunes. Mostly at night. I also like puppets.«

Im März stellte ich Silent Portraits im Rahmen des Music Alliance Pacts wie folgt vor:

Music recorded in one take always has the charm of authenticity. And music recorded with lo-fi equipment in a bedroom can have wonderful results. As you listen to Silent Portraits, you feel the raw energy behind these sketches. Imperfect, powerful and benign, Maxi’s voice and reverbed guitar create a warm and somewhat melancholic soundscape reminiscent of PJ Harvey or Becky Lee.

Einige Releases später sind die Songs von Maxi nicht mehr grundsätzlich “warm”, sondern zum Teil auch eher von kühler Natur, ein gewisses Gefühl der Verlorenheit stellt sich ein. Das Demo “On Repeat” schickte sie mir mit den Worten: “Für vernebelte Tage”. Und das empfinde ich als passende Beschreibung.

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Nach und nach bekam ich auch mit, dass die 25-jährige Maxi sich auch als Illustratorin, unter anderem für Videos anderer Bands verdingt. Das verlangte nach Antworten auf meine Fragen – nach dem Klick gibt’s daher ein Interview und weitere Songs.


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