Der geneigte Musikkritiker ist ja, sodenn er nicht in den Mühlen der Veröffentlichungsmaschine langsam zu geschmacksneutralem Mehl zermalmt werden soll, stets auf der Suche nach vielversprechender neuer Musik oder solcher, die eine Retrospektive verdient. Über den kurzen Satz »Viel mehr findet man nicht über Silent Portraits.« stolperte ich bei André vor bald einem Jahr und vergaß Silent Portraits seitdem nicht mehr. Wie könnte man auch angesichts eines Zitats wie »I improvise little tunes. Mostly at night. I also like puppets.«
Im März stellte ich Silent Portraits im Rahmen des Music Alliance Pacts wie folgt vor:
Music recorded in one take always has the charm of authenticity. And music recorded with lo-fi equipment in a bedroom can have wonderful results. As you listen to Silent Portraits, you feel the raw energy behind these sketches. Imperfect, powerful and benign, Maxi’s voice and reverbed guitar create a warm and somewhat melancholic soundscape reminiscent of PJ Harvey or Becky Lee.
Einige Releases später sind die Songs von Maxi nicht mehr grundsätzlich “warm”, sondern zum Teil auch eher von kühler Natur, ein gewisses Gefühl der Verlorenheit stellt sich ein. Das Demo “On Repeat” schickte sie mir mit den Worten: “Für vernebelte Tage”. Und das empfinde ich als passende Beschreibung.
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Nach und nach bekam ich auch mit, dass die 25-jährige Maxi sich auch als Illustratorin, unter anderem für Videos anderer Bands verdingt. Das verlangte nach Antworten auf meine Fragen – nach dem Klick gibt’s daher ein Interview und weitere Songs.
Nach vorsichtigem Herantasten fand ich zwei Selbstbeschreibungen von Maxi; eine zielt auf die technische Seite, die andere auf das zu erzeugende Gefühl – beide treffen zu:
“Imperfections mit viel Reverb.”
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Dazu muss man wissen, dass alle Songs bei Maxi zu Hause entstehen, quasi in der Tradition von Bedroom Sessions, die vor einem Jahr durch Atlas Sound ein Manifest bekamen. Zuerst dachte ich, angesichts des LoFi-Charakters sei ein Vierspurrekorder im Spiel. Doch mitnichten, ein Laptop, ein paar Instrumente und Effekte und fertig ist der Song. Es sind vergleichsweise einfache Kompositionen, die Gitarre ruht in ihrem Echo, ebenso wie Maxis Stimme, trotz der Enge der Aufnahmesituation wird ein Gefühl der Weite erzeugt. Womit wir auch sofort bei der emotionalen Wirkung der Songs sind.
“A giant star run out of fuel.”
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Denn die ist für meine Ohren enorm, auch wenn einen die Übersteuerungen gleichsam wieder aus den Gedanken reißen wollen – der markante Gesang ist im Vordergrund ohne sich dorthin zu drängen, er zieht einen quasi in die Musik hinein. Dazu passt, dass Maxi zu obiger Beschreibung sagt, dass “so mal jemand die Entstehung eines schwarzen Lochs beschrieben hat.” Ein Song wie Stranger To You ist intim, auch wenn er das Gegenteil besingt: “I’d like to remain a stranger to your heart, I’d like to remain a stranger to your mind, I’d like to remain a stranger to your thoughts, I’d like to remain a stranger to you …”





