Wenn man so lange inhaltlich weg war, sollte man sich nicht mit Erklärungen aufhalten, sondern einfach nur gute Musik vorstellen. Durch den Music Alliance Pact kommt einiges an Musik auf den Schirm, die man sonst kaum entdecken würde; Aus Italien entdecke ich viel über meinen Kollegen von Polaroid, doch Dumbo Gets Mad kam mir über sein Label Bad Panda Records zu Ohren. Das aus der Reggio nell’Emilia in Norditalien stammende und nun in Los Angeles residierende Projekt von “Dumbo” und seiner Mitsängerin Carly hat gerade sein Debüt fertiggestellt und digital veröffentlicht.
Dumbo Gets Mad – You Make You Feel by Bad Panda Records
“Elephants at the Door” ist eine wilde Melange von verschiedenen Stilen und Genres. Der Analogsynthesizer trifft das grenzwertig genutzte Saxophon – übrigens eine Thematik, die ein eigener Artikel in nächster Zeit adressieren wird. Ob gregorianische Gesangsanleihen, hochgepitcht ins Falsett, Basslines, heruntergeschraubt bis in Dubbereiche, hier wird genutzt, was nützlich erscheint, alles vereint unter dem Motto ‘wunderlich, aber wunderbar’.
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Seltsamerweise ist “Elephants at the Door” dennoch kein unhörbares Album oder anstrengend wie dereinst The Go!Team. Zwar verlangt Dumbo Gets Mad Aufmerksamkeit vom Hörer, aber insgesamt wird hier der Experimentalismus und die Psychedelik des Acid Rocks aus den späten 70er Jahren zu einer entspannten Tour in die Neuzeit genutzt. Beim besten Song des Albums, “Marmelade Kids”, wird en passant nahezu die gesamte aktuelle Chillwave-Fraktion mit einer wummernden Lässigkeit in den Sack gesteckt, phänotypisch. Dass Dumbo Gets Mad als Lieblingsbeschäftigung Surfen angibt, wie auch das Video zu “Plumy Tale” deutlich macht, ist da nur die Krönung.
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Doch Dumbo Gets Mad als weiteren Chillwave-Act abzutun, ist keinesfalls gerechtfertigt, auch wenn eine Orientierung an der Ästhetik des Analogen nicht abstreitbar ist. Dennoch, ein Song wie das albumbeschließende “You Make You Feel” erinnert mit seinem rhythmischen Reichtum unterschiedlicher Schlaginstrumente, der Bassline, die durch einen Analogsynthesizer erzeugt wird und der Stimmlage an avantgardistische Bands wie Caribou oder Royal Bangs. Vielleicht war auch das bereits in einigen Kritiken vergebene Attribut des Lo-Fi selten so unpassend. Sicherlich, Vierspurrekorder sind nicht gerade der modernste Standard und die Synthies wahrscheinlich älter als die Zwei selbst. Doch die Songs klingen nur stellenweise, offenbar nur wo es gewünscht war, danach; eine gute Anlage oder Kopfhörer offenbaren merkliche Werktiefe.
Dieses Album ist eine Wundertüte, allerdings mit transparenter Verpackung mit buntem Schleifchen. Für ein Debüt ist der Grad der Vielseitigkeit und der Entspanntheit bemerkenswert; die genannte Grenze zwischen wunderlich und wunderbar wird zwar besonders bei den Synthies das ein oder andere überschritten, aber dies sei verziehen.
Übrigens gibt es das Album neben einer am 22.02. erscheinenden 12″ digital kostenfrei zum Download. Man bezahlt nur mit einem Facebook- bzw. Twitterbeitrag. Werbung gegen Musik, ein mehr als fairer Handel des unter CC-Lizenz veröffentlichenden Labels Bad Panda Records.
Dumbo Gets Mad – Elephants at the Door
Veröffentlichung 02 2011
Label Bad Panda Records
Heimat facebook.com/DumboGetsMadMusic
Streiflicht “Marmelade Kids”, “You Make You Feel”
Für Fans von The Flaming Lips, Tame Impala, Gonjasufi, Ariel Pink’s Haunted Graffiti, Bibio, Flying Lotus, Grizzly Bear, Chillwaving
Could you please link to theneedledrop.com since you’re leeching our song a bit? heh.
Hej there,
sorry, forgot to change the link to my space, fixed that. Love your work, keep it up!
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