von Thomas Liesch
Register: Issue 01, Musik daheim | |
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Die neuen John Peel Sessions
Wenn man neuere Entwicklungen im Bereich des Lo-Fi behandelt und an Musik an sich interessiert ist, kommt man um diese drei Dinger im Moment nicht umhin. Sie alle eint die Liebe zur Musik an sich. Sie hauen Bands an, ob sie nicht für ein, zwei Songs mitkommen wollen, nehmen das Ganze auf und stellen es tontechnisch weitgehend unbearbeitet ins Netz. Einzig das Bild – wenn es Videos sind – bekommt am Ende ein bestimmtes Look&Feel verpasst; es sei ihnen vergönnt.

Les Concerts à emporter der französischen Blogothèque waren damals die ersten Videos, die, alle mit einem ähnlichen Look und geradezu “professionell” aufgezogen, aufkamen. Zumeist finden die “Take-away shows” auf der Straße oder in Kneipen ohne Strom statt. Je nach Band sind es somit unplugged-sessions mit Akustikgitarre und vielleicht einer Mülltonne oder einem Glas als Drum oder “echte” Straßenmusik mit zahlreichen Instrumenten wie Akkordeon, Geige, Maultrommel und mehr.
Inzwischen gibt es auch die Konzerte “außer der Reihe”, die in einem Van aufgezeichnet werden. Der nächste Kandidat lässt grüßen.

Black Cab Sessions dürfte als Name eh schon alles sagen: Die Band und das Kamerateam sucht sich ein Taxi, der Fahrer kündigt die Band an und ab durch London. Die Künstler, die bisher mitgemacht haben, lesen sich ebenso wie bei den Franzosen oder den Amis von unten wie das who is who der aktuellen Indieszene. Leider scheint das Einbetten der Videos nicht mehr so problemlos zu funktionieren wie früher, daher gibt es nur einen Platzhalter als Link…

Und echte Perlen sind die Songs, die in den Daytrotter Sessions im Futureappletree Studio 1 aufgezeichnet werden. Das ganze ist ein Tonstudio mitten in den USA in einem Kaff namens Rock Island in Illinois, direkt an der Grenze zu Iowa. Die Bands werden eingeladen, vorbeizukommen und wenn sie wollen, ein paar Songs aufzunehmen. Wie nannte es mein Kollege Peter? “Auf geliehenen Instrumenten, improvisiert, anlog aufgenommen, live, ambitioniert, nie kalkuliert, nicht groß ausgesteuert, vollkommen unbearbeitet.” Und somit schlichtweg fantastisch, ein ganz eigener Zauber durchströmt die Aufnahmen. Und Dataloos Vergleich mit den legendären Peel Sessions ist vielleicht gar nicht mal so daneben. Die individuellen Illustrationen jedes Künstlers runden den fantastischen Online-Auftritt ab.
Meine kleine Auswahl hier ist zum Einen Grizzly Bear, die mit Veckatimest vielleicht das Album des Jahres aufgenommen haben sowie Deerhunter, deren Doppelalbum “Microcastle / Weird Era Cont.” eines der besten Alben 2008 war.
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Ich war mir eigentlich sicher, dass es sowas auch im Fahrstuhl geben würde, bin dann jedoch nur auf die Blogotheque-Version im Lift mit Arcade Fire gestoßen. Hat mir meine Erinnerung einen Streich gespielt oder find ich eine Seite nur mit Fahrstuhlkonzerten einfach nicht? Kennt ihr noch mehr solche Angebote?
Und siehe da, es gibt noch eine ganze weitere Reihe von wunderbaren Videosites! Mehr dazu bei den whitetapes.
Iain am 11. 07. 2009dazu hatten wir auch kürzlich ein special ;)
http://whitetapes.de/everything-new/black-cab-sessions-bandstand-busking-und-co-oder-lieblings-bands-in-ungewohnter-umgebung
ich glaube die “fahrstuhlkonzerte”, die du meinst sind “behind closed doors” von 3voor12.
Grüße,
Matthias
Tom am 12. 07. 2009Ej, schicker Beitrag – und danke für den Hinweis! (Und deutlich umfangreicher dat Janze… hehe)





