26. March 2009
von Thomas Liesch
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Wer ist denn … Fever Ray?

Fever Ray
Stet ist der Wandel der Welt. Musiker entwickeln sich weiter, sie verlassen ihre angestammte Formation, teils aus Entfremdung, teils aus Unterforderung. Andere erfinden sich als Band neu.

Und so scheint es nicht gerade abwegig, sich bei einem Wetter wie diesem, wo der klamme Winter nicht gehen will, auch wenn er ganz aprilesque stellenweise die Sonne durchblitzen lässt, etwas anderen Tönen zu widmen, als denen, die den Gehörgängen eh immer schmeicheln.

Um ehrlich zu sein, ist mir The Knife kein Begriff. Der Name tauchte hier und da mal auf, vertieft habe ich den Kontakt jedoch nie. Höre ich mir jedoch Karin Dreijer Anderssons Soloalbum unter dem Pseudonym Fever Ray an, könnte das ein Fehler gewesen sein. Doch der Reihe nach:

Zuerst tauchte ein seltsam düsteres Video zu “If I Had A Heart” auf, das mich in seiner Machart – nicht nur ob der Totenmasken und der hadesartigen Schifffahrt – verdächtig an mein zweitliebstes Adventure Grim Fandango erinnerte. Mein Interesse war geweckt, auch da ich seit BRMCs Ausflug in die Sphären des Scott Walker wieder Lust auf vermeintlich düsterere Songs hatte. (Was mit Animal Collectives sehr gutem “Merriweather Post Pavillion” auch befriedigt wurde, auch wenn ich “Feels” für stärker halte, das aber nur nebenbei bemerkt)

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Fever Ray – “When I Grow Up” (Lissvik Remix)

Die Single war aber fast schon die dunkelste Ausgeburt aus Anderssons Phantasie, nahezu fast alle Songs faszinieren mch mit einer ganz anderen Spielart der Musik: Afrika. Im Ernst! Mich erinnert ihr Gesang (und Hintergrundgesang) sowie manche Melodiearrangements unglaublich an schwarzafrikanische Musik; denke ich an Afrika, denke ich an fröhliche Musik. Ein merkwürdiger Gegensatz, der vielleicht auch die Anziehung der Platte auf mich erklärt.

Wobei ich dem Attribut “eisig” meiner Schweizer Kollegen nicht so ganz folgen möchte. Zwar wird die Stimme ganz ordentlich verzerrt und gepitcht, aber die Atmosphäre des Albums wirkt zumindest auf mich nicht kalt. Auch wenn man bei Fever schon mal Schüttelfrost haben kann…

Befreit man sich jedoch von solchen geistigen Schienen, erhält man ein zurückgenommenes Dubstepalbum im Downbeat, das nicht immer von Brillanz nur so strotzt, aber in gewissen Momenten einen ganz eigenen Zauber bereithält. Der schnelle Leser kann sich das Album hier auch noch hier im Stream zu Gemüte führen, doch dürfte dieses Angebot die nächsten Tage “niet meer beschikbaar” sein.

Nach dem Klick noch besagtes Video zu “If I Had A Heart”

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