16. March 2009
von Thomas Liesch
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Unter Strom: Pete Doherty

Pete – oh sorry, Peter! Doherty. Man mag von ihm ja einiges halten, dass er sein Leben genießt, dass er ein schlechtes Vorbild ist, dass er viel Potential mit viel Brimborium verschenkt. Nichtsdestotrotz gehört die erste Libertines zu den besten Album des Jahrzehnts – und das liegt in meinen Augen an ihm und nicht an Mister Bârât, denn seine Dirty Pretty Things kamen nicht an das ebenfalls nicht wirklich überzeugende Babyshambleszeugs ran.

Nun veröffentlicht er mehr Zeugs, offiziell unter eigenem Namen, in Wirklichkeit jedoch in einer doch frappierend an die Babyshambles erinnernden Zusammensetzung zuzüglich Graham Coxon und eine Madame Dot Allison aufgenommen. Ein erster Durchgang offenbart mir das, was ich erwartet habe. Eher ruhige Songs, die vor Einfällen nicht gerade überschäumen oder sogar etwas nervig sind – und an einen schlechten Bondsong aus den 80er erinnern (“Broken Love Song”). Und will ich ruhige, aber gute Songwriter hören, tendiere ich eher zum José.

Überrascht war ich jedoch von “Sweet by and By”, einem fast schon reinrassigen Ragtimeblues. Und auf das Einbrechen von mehr Jazzideen in den latent verkrusteten “Indie” warte ich bereits seit Mathrock und Bands wie den Battles. Und hej, wir sind Wirtschaftskrise! Lasst uns drauf einen heben gehen und Jazz hören, passender geht’s wohl nicht.

Hier gibt’s “Grace/Wastelands” im Stream.

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