7. February 2009
von Thomas Liesch
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Unter Feuer: SXSW: Deutsche Bands – Nachtrag

Nachtrag: Es gibt vier neue Bands, die entdeckt werden wollen, ich habe sie kursiv markiert.

Die Salatschüssel South by Southwest mag der eine oder andere kennen. Wenn nicht: In der Wüste Amerikas treffen sich (im Moment) 1161 Bands und geben Gigs. Und es dürfen sogar ein paar Bands aus Deutschland hin. Na dann mal hingeschaut. Und ja, das Festival ist irgendwie gestört.

Boys Noize – Berlin
Sehr elektronisch, teils die Daft Punk-Richtung, in den USA offenbar kein Unbekannter angesichts der Konzertorte… Gar net so verkehrt!

Brian Cares – Berlin
Verspielter Sound. Stimme schwankt zwischen Damon Albarn (“conclusion”), Country-Texaner und TV-Interview. Wilde Melange bei den Instrumenten aus Beatbox (The Beginning?), Mundharmonika und Rolands. Insgesamt ziemlich durch, der Mann hat wohl (zu) viele Ideen.

Nach dem Klick jeweils ein kurzer Blick auf die restlichen zwölf deutschen Vertreter

CLP – Berlin
Ouh, GrimeHop. “Uh, Ah”. Nix für mich.

Damero – Berlin
Sanftes Frauenstimmchen singt recht düstere Elektronika-Songs. War übrigens der erste deutsche Act, der feststand.

Deichkind – Hamburg
Kennt man ja. Inzwischen dann doch langsam mal durch. Brauch’ die Möbel inzwischen wieder zum Sitzen.

DJ Ipek – Berlin
Elektro-Ambient-Sound mit türkischen Wurzeln. Für mich isses nix, aber vielleicht ist ja jemand aufgeschlossener.

Tim Exile – Berlin
Recht klassischer DJ-Sound. Bei der Stilrichtung leg ich mich mal lieber nicht fest, die sind mir zu kompliziert geworden. Aber gefällt mir eh nicht.

Jewdyssee – Berlin, Haifa
Hatte ich mich vor Kurzem noch beschwert, dass man so wenig Musik aus Israel mitbekommt, wo doch wohl in diesem Land sicher musikalisch die Post abgeht? Jewdyssee kommt offenbar in Teilen aus Haifa und legt – ganz gemäß dem Namen – Wert auf diese Herkunft. Doch zur Musik: Clubsounds nennen sie es selbst und das ist es teilweise in Reinform. Doch haben die (gestreamten) Songs auch eine verschwurbelte Seite, denn sie nutzen Musikelemente, die ich eher in den Jazz oder die 20er Jahre an sich verfrachte. Dazu latente Marschbläser. Irgendwie unterhaltsam; in entsprechendem Ambiente sicher gut anzuschauen, aber immer / daheim?

Kamikaze Queens – Berlin
Hatte ich grad die 20er erwähnt? Songbeginn “Voluptuous Panic”: “Berlin in the 1920s…”. Walzer, aufgelöst in Punk. Leider mäandert der restliche Sound in der Punkrockschiene rum, die mir noch nie wirklich gefallen hat. Sorry.

King Khan & The Shrines- Berlin
60s-Beat-Punk. Und zwar in Reinkultur! Agony-Stimme, wunderbarer Bläsereinsatz, scheppernde Gitarrenriffs. Das nächste Mal holt doch am Besten gleich Dr. Norton? Nein, im Ernst, sehr unterhaltsamer Sound, auch wenn der Stil natürlich nicht wirklich Neues bringt. Das dürfte aber auch nicht die Absicht sein.

Khan Of Finland – Berlin
Hatte ich mal erwähnt, wie ich Klavier in 99% der Fälle als Instrument hasse? Aber auch der Rest taugt mir nicht wirklich…

M.A.N.D.Y. – Berlin
Und wieder Clubsound. DJ-Sound. Überhaupt nichts für mich, das fand ich noch nie gut, konnte ich noch nie “ekstatisch” dazu tanzen. Wer’s mag…

Popular Damage – Berlin, Manchester
Elektronisch. Schwierig einzuordnen. Gibt Songs die eher nach bretthartem Elektro klingen, gibt Elektronika-Songs, ein bisschen New Rave. Die Damenstimme wirkt bissl dünn auf Myspace. Aber hat irgendwie was. Mal im Auge behalten.

Two Dollar Bash – Berlin, Glasgow, Paris
Jou, Country. Hillbilly? Banjoaction. Hm ja.

Fazit: Recht bunte Mischung aus Elektro(nika), Punk und Country. Jewdyssee find’ ich noch am interessantesten. Rest beim ersten Hören eher lasch. Und jou: Berlin.
Fazit des Nachtrags: King Khan klingt wirklich unterhaltsam, die Clubsounds sind wohl für Deutschland international prägend. Anders kann ich mir den hohen Anteil derer nicht erklären.

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  • SXSW Bands aus Deutschland « Reeperbahn Festival On Tour - Der Blog am 15. 02. 2009

    [...] Wer mehr über die einzelnen Bands erfahren möchte, der sollte der blogpartei einen Besuch abstatten. Die haben alle Bands kommentiert und verlinkt. Den Artikel findet man hier. [...]


  • Felix am 17. 02. 2009

    Moin Tom,

    Schöner Nachtrag! Aber Boys Noize aus Berlin? Ich weiß nicht. Der ist doch gebürtiger Hamburger und nur Wahlberliner… ;)


  • Tom am 17. 02. 2009

    Hej Felix,

    ich weiß, dass der eigentlich Hamburger ist, aber ich nehm lieber mal die Wahlheimat – sonst müsste ich ja immer nachchecken, wo der geboren ist ;)


  • SXSW 2009 das Clubfestival in Austin, TX | Festival News am 19. 03. 2009

    [...] die kostenlosen MP3s von diesem Jahr gibt bei nicorola und wer einen Überblick über die deutschen Bands beim SXSW 2009 bekommen möchte, der schaut bei der Blogpartei [...]



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