Unter Feuer: The Phantom Band – Nachtrag

The Phantom Band
Nachtrag: Gerade hat mir Rough Trade auf meine in den Raum gestellten Fragen zum Teil geantwortet, zu finden unten. Ich sag nur: Konzert!

Das neue Jahr hat für mich bereits das erste absolute Highlight in Sachen Neuveröffentlichungen geboten: “Checkmate Savage” von The Phantom Band. Ich habe das Album unzählige Male im Stream angehört. Und ich bin völlig fasziniert.

Das ist ein Stück Musik, wie ich es selten höre, vielleicht wie es im ganzen letzten Jahr nicht gehört habe. Im Ernst, das klingt verdammt hochtrabend, aber diese sechs Leute aus Schottland vereinen so viele Stile in sich, dass es eine wahre Freude und vor allem eine Schatztruhe ist! Postrock und Noise (“Crocodile”), Synthie-Krautrock (“Burial Sounds”), druckvoller Indierock á la Kasabian (“The Howling”, “Halfhound”). Nicht nur die Stimme erinnert einen gerne mal an Joy Division oder The Beta Band (die ich jedoch für schwächer halte).

Die Glasgower hießen übrigens nicht immer so. Seit 2006 sind sie aufgetreten als NRA, Les Crazy Boyz, Los Crayzee Boyz, Tower of Girls, Wooden Trees, Robert Redford und Robert Louis Stevenson.

Checkmate SavageSchillernd auch der Aufbau der Songs, gutes Beispiel “Folk Song Oblivion” (Stream): Legt los mit kräftigen Gitarren, mehrstimmigem, tiefem Gesang, changiert aber nach einer Minute plötzlich in eine Art heile Welt, Akustikgitarre, “fröhliche” Melodie, sanfte Stimme, um nach 45 Sekunden wieder in der vermeintlichen Düsternis zu enden. Doch nach 2:30 nochmals die Entführung in Indie Wonderland, man denkt bei 3 Minuten, das Stück sei als Happy End vorbei. Doch dann schaut Nick Cave um die Ecke mit mantraartiger Refrainwiederholung (“I can’t see for the mountain’s silhouette” mit wunderbar schottischem ou) und lässt das Ganze in Verzerrung enden. Ein Fels von einem Song.

Ich kann mich nur wiederholen, dieses Album bietet für viele Leute was, man muss sich nur darauf einlassen. Treffsicherere Rezensionen beispielsweise hier. Die Songs “Crocodile” und “Burial Sounds” gibt es hier.

Fünf Dinge noch:
1. Ich will dieses Album live sehen!! Und zwar mit gutem Sound, also im Backstage Werk, nicht im Atomic, 59:1 oder Muffathalle.
RT: Ich möchte dich drauf hinweisen, dass Target grad dabei ist, eine Tour für die Bande zusammen zu stellen. Also, in den nächsten Wochen wird da was passieren…

2. Aus welchem Film ist der Sound auf der Homepage?

3. Wo sind die zwei versteckten mp3s zu finden?

4. Was bedeutet Checkmate Savage sinnvoll übersetzt? Wildes Schachmatt? Schachmatt der Wildheit?
RT: Der Name ist eine Art Querverweis auf den Entdecker der Band, Produzenten der Platte und Mitbegründer von Chemikal Underground, Paul Savage

5. RT: Interessant vielleicht auch noch, dass das Album im gleichen Glasgower Studio in einem alten Rathaus aufgenommen wurde, wie das neueste Werk von Franz Ferdinand – das mir übrigens nicht sonderlich gefällt. Ups. :)

6. 3 von 3 Kleeblättern. Was sonst.

kleekleeklee

Chemikal Underground, in Deutschland über Rough Trade ab 13. Februar 2009 für 17 Euro als Vinyl. Ein Pflichtkauf!


This entry was posted in Unter Feuer, Wer ist denn? and tagged , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. | Posted on by Thomas Liesch

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

*


*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>