Kaffeesatz: BBC-Ausblick 2009 I

Gestern hat der Bastl ja diesen wunderbaren BBC-Kaffeesatz gepostet, die Prognose der durchstartenden Bands 2009. Nun stell ich mit meinem Geschmack weder Markt noch Masse ab – zum Glück – aber dennoch möchte ich ein paar Worte zu jeder Band verlieren (basierend auf dem ersten Höreindruck… Gefährlich, ich weiß). Denn vielleicht ist ja wirklich ne gute Band dabei.

The Big Pink – Erstes Lied – total Kasabian. Der Rhythmus, diese nur kurz angeschlagenen, stark verzerrten Gitarren. Noch etwas unaussagekräftig, aber irgendwie ein geiler Song, der Bass packt einen! Der zweite Song ebenfalls eher unaufgeregt, eine leicht weinerliche Stimme, die mir aber dennoch gut gefällt. Die Betonung von “Dóminos” find ich super. Tu mich ein wenig schwer, das Ganze einzuordnen. Ruhig, experimentell, Kasabian auf Drogen + Black Rebel + Shoegaze? Interessant, auf alle Fälle!

Dan Black – Wieder gute Rhythmen zu Beginn, Stimme an sich ein wenig wie Beck, die Verzerrung taugt mir leider überhaupt nicht. Erster Song was für DJs. Zweiter Song dagegen sehr anders, im Refrain sonore Stimme fast wie Elbow, in der Strophe fast gerappt, Geigenhimmel der weniger peinlichen Art. Hm. Wo geht die Reise hin? Dritter Song, die Elektro-Stimme nervt schon jetzt. Eher durchwachsen insgesamt.

Empire Of The Sun – Die Kollegen von 78s sind ja völlig aus dem Häuschen.

Was wir hier haben ist die Verquickung dessen, was derzeit als cool gilt. Wir haben MGMT, wir haben Hot Chip, wir haben Cut Copy, Lykke Li und wir haben ein Quäntchen World-Music. Empire of the Sun sind ein ausgetüfteltes Konglomerat von 80ties Hitmelodien, Neo-Psychedelic-Schick, Prog, Dream-Pop und Electro.

Nur leider ist der Eklektizismus meiner Meinung nach das Schlechteste von allen genannten “Trends”. Ich krieg davon schlechte Laune. Der Jaulegesang, diese billigen Rhythmen… 80s=Argh!

Florence & The Machine – Ist das jetzt unfair, wenn ich sage: Ach herrje… Schon wieder eine Lykke Li, schon wieder eine Alela Diane? Genug der ach-so-unabhängigen Solosängerinnen? Einzig die Gitarre (schrubbschrubb im Hintergrund, nicht die Säge im Vordergrund) find ich ganz nett. Not my type, ich steh nun mal auf rauchige Frauenstimmen á la Duke Spirit.

White Lies – 80er-Rock ist wohl en vogue. Schon lange kein so billiges Schlagzeug mehr gehört. Die Killers sind erneut nicht weit weg, weder melodisch noch vom Gesang her. Der Text ist auch grenzdebil: “Let’s grow old together and die the same time”. Jaaaa, DAS ist heutzutage wirklich noch Rock ‘n Roll! Auch diese spannungheischenden Geigen… Unsitten wohin man schaut. Flop.

Zum zweiten Teil geht es hier.


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