von Thomas Liesch
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Rückblick Olli Schulz, Amadeus, Overschmidt
Ich bin ja bekennender Fan von zwei Dingen: Das eine ist die Backstage Konzerthalle, ehemals “Werk”; und das andere ist Olli Schulz live. Beides fiel am Samstag zusammen und es war gut.
Zwei Vorbands durften ein munter umhersitzendes Publikum unterhalten, das war einmal Five!Fast!!Hits!!!-Kopf Gregor, genannt Amadeus samt seinen “Broken Hearts” sowie Overschmidt aus Köln. Amadeus & The Broken Hearts bestanden aus zwei Gitarren und einer Sitztrommel, alle nebeneinander sitzend und sanft ins Publikum linsend. Amadeus war natürlich eindeutig als der Chef zu erkennen, allein sein Auftreten mit weißen Stiefeln, seinen offenbar heißgeliebten Schlaghosen und Pullunder machen im Vergleich zu Jeans und T-Shirt einen kleinen Unterschied. Wie er mit mehr oder minder flotten Sprüchen auf kommende Songs mit einem Hauch Ironie einstimmt, zeigt vor allem, dass er inzwischen schon einen ganze Menge Bühnenerfahrung hat. Aber nun zur Musik: Im Gegensatz zum britischlastigen FFH-Sound macht er in dieser Konstellation eher einen auf Bluesrock mit dingeligen Riffs, einen Hauch Lagerfeuer in der Wüste und viel Kellersound. Sehr, sehr interessant für mich als Fan von etwas rumpligem Gitarrenrock. Wäre auch gespannt über die Version mit einem Bassisten. Ach ja, die Saiten der Gitarre in Rockstarmanier am Ende zu zerstören war… Äh. Naja, mei.
Overschmidt dagegen spielten mit zwei kleinen Keyboards, deren Fachbezeichnung mir leider nicht bekannt ist, und einem klassischen Schlagzeugset. Der Sound mäanderte zwischen Falcoverschnitt, NDW, Mediengruppe Telekommander, Chikinki, aber ohne jeweils deren Klasse oder Originalität zu erreichen. Kurzum, leider prägte sich bis auf den “Männer lieber Frauen”-Song nur wenig ein, erst die Songs mit einer klaren Rhythmusstruktur und Basslinie gegen Ende des Auftritts haben das geneigte Publikum zu Körperbewegungen beschwingt. Aber man darf der Band ruhig Zeit geben, ihren Stil noch zu finden und zu verfeinern.
Olli Schulz hat mich überrascht. Wie so oft. Denn er war alleine, komplett. Akustische Gitarre, Hut, seine sehr unterhaltsamen Songansagen, mehr braucht man eh nicht. Selbst dass er Songs bisweilen einfach unterbricht, um eine Textzeile zu erklären, hat selbst die auf Hatesphere harrenden Metaller zu einem Grinsen gebracht. Der Tanz für den “kommenden Sommerhit” von Olli Schulz, bei dem man einen Vogel, ein Ufo sowie einen dümmlichen grinsenden Menschen mimen soll, hat dagegen die Publikumsspreu vom Weizen getrennt. Am Schönsten war jedoch wie immer die direkt Interaktion mit dem Zuhörer, wo ein gewisser Randy als Demonstrationsobjekt von Schulz’ “Death Kick” mit einem Symbole werfenden Laser belohnt wurde. Selten über Klamauk auf Konzerten mehr gelacht. Immer eine Reise wert, hoffentlich auch der Süden der Republik, Herr Schulz!
frau schulz am 8. 09. 2008ich fands herrlich, schöner rückblick!




