15. October 2007
von Thomas Liesch
Register: Issue 03, München, Städtereise | | Kommentieren?

Rückblick: Pardon Ms. Arden im Babalu

Anmerkung: Dieser Artikel erschien bereits im November 2007. Passt allerdings grad sauber guat.

Wie viel besser war der Prager Frühling. Wie viel besser ist der Name “Prager Frühling” als Babalu? Egal, ob das früher schon mal so hieß, der Name ist kaum zu toppen. Pardon, ist aber so. Nun ja, also stand ich im Bablu und wartete, ob endlich mal wieder mehr los sein sollte, als in den Jahren zuvor. Zwei Münchener Bands für 8€, das konnte ja nicht zu teuer sein, oder?

Zumindest die Vorband The Tibby Vaughan rechtfertigte noch kein Mehr an Besuchern, die war eher durchschnittlich, bemüht und verkrampft. Sorry, hat mir einfach net gepasst. Aber um so erfreulicher war dann Pardon Ms. Arden! Der Sänger würde zwar eher an einen Laptop passen, auf dem Kopf einen Helm mit zwei Bierdosen und LED-Lampen, aber war nichtsdestotrotz auf Anhieb sympathisch. Der waldschratige Schlagzeuger drosch gleich dermaßen von Beginn an auf seine Felle ein, dass sein Hut ordentlich zu wackeln anfing und ich recht interessiert war. Denn Schlagzeuge gehören trocken und hart geschlagen, zackbazackbazack! Sehr gut, sehr punkig! Gutes Rhythmusgefühl gepaart mit schönen Soloausflügen.

Den Bassisten hab ich zwar kaum gesehen, aber um so mehr gehört, denn zum Glück erfüllte er mir einen zweiten Wunsch an Bands: Lasst euren Basser funky sein! Lasst ihn mehr machen, als nur Dummdimmdummdimm. Lasst ihn ein wenig zwirbeln, das bringt einfach Groove rein und die Leute wippen alle schon mal zumindest mit den Füßen! Und das hat definitiv geklappt, hat echt die Füße zucken lassen! Aber lasst es nicht aufdringlich werden, denn der Leadgittarist will ja auch was zu tun haben. Das tat dieser solide, nicht herausragend, aber das hat einfach gepasst.

Die Leute hatten Spaß, die Band hatte Spaß, ich hatte Spaß. Was will man mehr?

Vielleicht, dass die Vorband ihr ein wenig affektiertes Getue ablegt und auf Deutsch mit den Leuten redet! Und wenn der Sänger nen Akzent hat, ist doch super! Was macht einen Menschen sympathischer? Und schaut net so angestrengt, ist nur Musik!

Daten: The Tibby Vaughan, Pardon Ms Arden im Babalu München; 8€; 90 Minuten Musik; 80-100 Besucher

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