In dieser Woche geht Bavarian Open Radio auf Sendung – der neue Jugendsender des Bayerischen Rundfunks. Das ist eine gute Nachricht, denn damit bekommen auch die bayerischen Hörer ein eigenes Jugendradio, das sie rund um die Uhr hören können. Wenn auch mit zahlreichen Einschränkungen. Denn erst einmal gibt es nur drei Stunden täglich Moderation, und zwar von 16:00 bis 19:00 Uhr. Sonst läuft einfach nur Musik, rund um die Uhr und werbefrei. Vor allem die Ohren pop-allergischer Hörer abseits des Mainstreams werden sich davon angesprochen fühlen.
Das gilt aber nur für Nutzer, die den Sender auf andere Weise als über UKW empfangen können. Denn genau dort liegt das Problem: Bavarian Open Radio sendet nicht über UKW, denn darauf konnten sich die Verantwortlichen nicht einigen. Der BR verzichtet damit als einziger Sender der ARD auf ein junges Voll-Programm. Damit bleibt Bayern unter Gesichtspunkten der Radiokultur für 19- bis 29-Jährige Agrarstaat. Junge Hörer mit traditionellem Radiogerät befinden sich weiterhin im Tal der Ahnungslosen.
Zwar gibt es den Zündfunk, dessen Macher auch an Entwicklung und Umsetzung von Bavarian Open Radio beteiligt sind. Leider kann er aufgrund der sehr eingeschränkten Sendezeiten wenig Akzente setzen in der Programmvielfalt der bayerischen Radiolandschaft. So gut der Zündfunk auch sein mag, seine Bedeutung wird immer Nischencharakter haben.
Bavarian Open Radio ist noch lange keine Grundversorgung für junge Hörer. Sie müssen auf alternative Empfangsmöglichkeiten wie Internet-Stream, Mittelwelle, Satellitenempfang oder Digitalradio umsteigen. Bisher gibt es nur vier Moderatoren, welche nur drei Stunden täglich auf Sendung gehen. Zugegeben – das hört sich dünn an.
Und dennoch ist das Projekt als positive Entwicklung zu sehen. Als Prozess der Verjüngung des Bayerischen Rundfunks, der mit der aktuellen Programmreform beginnt, aber noch lange nicht vollzogen ist. Ein erster Schritt hin zur Verbesserung des Radioangebots für Jugendliche. Der BR setzt damit Zeichen, dass er sich jetzt auch der jungen Nutzer annehmen will. Endlich.
Perfekt ist der Sender noch lange nicht. Es wäre falsch, ihn schon in der Startphase schlecht zu reden; Verzögerung gibt es von null auf hundert schließlich immer. Selbst der schnellste Flitzer fängt bei null an. Wie schnell er tatsächlich wird, weiß keiner, wenn die Ampel auf grün schaltet.
Übrigens: Herzliesch willkommen :)