The Jai-Alai Savant

The Jai Alai Savant
Photo: The Jai-Alai Savant – Photograph: Therefromhere

Geile Type! Also nicht nur Scarlett, sondern Ralph Darden. Der ist seines Zeichens charismatischer Sänger der Avantgarde-Post-New-Punk-Dub-Formation The Jai-Alai Savant. Ich hab’ sie ja schon mehrmals erwähnt, aber nie ausreichend gewürdigt. Wie soll man über eine Band dieser Art schreiben, ohne sich in Querverweisen zu verlieren?

  • Der Name: Jai-Alai (sprich hi-a-lie) ist baskisch, heißt sowas wie “Fröhliches Fest” und steht für eine der schnellsten und härtesten Ballsportarten der Welt, es gibt sogar öftersmal Tote bei dieser Unterart des Squash. Ein Savant ist an sich ein “Wissender”, oftmals werden so Autisten mit herausragenden Fähigkeiten bezeichnet. Beim Jai-Alai ist ein Savant jedoch kein Autist, sondern schlicht und ergreifend ein sehr guter Spieler. Anspruch ham se also…
  • The Jai Alai Savant Thunderstatement
    The Jai-Alai Savant – Thunderstatement

  • Der Frontmann: Ralph Darden ist wohl einer der abgefahrensten Köpfe im Musikbusiness – und das dürfte wirklich schwer sein… Ein Beispiel hab ich bei Motor gefunden, eine Antwort auf die Frage, warum er von Philadelphia nach Chicago gezogen ist, kam folgende Antwort

    “Superman is only Superman because he left Krypton. And he came to Earth, and the Earth had the yellow sun, which is where he gets his powers and he becomes this superhuman. Otherwise, he would have just been on Krypton with the old boring Kryptonian shit until the planet blew the fuck up. That’s the exact same thing. Philadelphia was Krypton! And I had to move to Chicago and feed off of this creative energy.”

    Danke, Zitat des Monats! Nebenbei ist er auch noch Comiczeichner (man beachte die Cover unten!), Jiu-Jitsu-Kämpfer (Gelenkigkeit braucht keine fettfreien Körper…), Science-Fiction-Fan, DJ Major Taylor und sowieso sehr schick anzuschauen. Aber seine schier unerschöpfliche Kreativität scheint auch Opfer zu fordern, denn die Liste der ehemaligen Bandmitglieder ist lang: Brian Sokel (2004-2005), Brian Lynch (2002-2004), Jeremy Gewertz (2003-2006), Ryan McLaughlin (2002-2003), Chris Wilson (2002).

  • Die Musik: Sie selbst schreiben “reggae-slanted post-punk roots”. Die Intro nennt es Punkrock mit Reggae- und Dubeinflüssen. Immer wieder fallen die Namen The Police, The Bad Brains, Bootsie Collins, Fugazi und TV on the Radio. Und dies völlig zurecht! Stücke wie “Sugar Free” klingen so krass nach “Ghost In The Machine” versehen mit Reggae, dass es eine wahre Pracht und ein kleines Revival ist. “Thunderstatement” ist ebenso verschachtelt und vielschichtig wie TV on the Radio, auch die sehr präsente Lead Guitar tut ihr Übriges, ebenso wie der punkige Gesang. “Scarlett Johansson Why Don’t You Love Me” dagegen fängt sehr dubbig an, lässt dann jedoch wieder Elemente von Sting und Konsorten vermuten. Für mich eines der eingängisten, aber nicht besten Stücke auf der EP “Thunderstatement”. Ich verweise für Einblicke in das Album “Flight Of The Bass Delegate” auf den verlinkten Flashplayer von Cityslang!

    (hören: myspace / cityslang (ganzes album im player) / Scarlett Johansson Why Don’t You Love Me (mp3) / Thunderstatement (mp3))

  • Die Förderer: Für Deutschland zunächst einmal Motor, international Gold Standard Labs und als Bands, mit denen sie jeweils auch tourten The Flesh, The Gossip und Ted Leo And The Pharmacists – über die ich in naher Zukunft auch einmal schreiben werde. Auch haben sich diverse Mitglieder anderer Bands bereits für Jai-Alai Savant verdingen lassen: Ikey Owens (The Mars Volta), Damien Thompson (The Watchers), Fred Erkstien (Just a Fire / June of 44 / Hoover), Damon Locks (The Eternals / Trenchmouth), Ted Leo (Ted Leo and the Pharmacists), Chris Wilson (Ted Leo and the Pharmacists). Illustre Gesellschaft…
  • The Jai Alai Savant Flight Of The Bass Delegate
    The Jai-Alai Savant – Flight Of The Bass Delegate

  • Mehr, mehr, mehr! Gerne, alles wird geliefert! Besonders möchte ich jedoch auf die Interviewreihe auf intro verweisen! Herrliches Material! Ansonsten:
    (lesen:bavarian open / rockpalast / motor / intro)

  • This entry was posted in Musik daheim. Bookmark the permalink. | Posted on by Thomas Liesch

    One Response to The Jai-Alai Savant

    1. Tom says:

      Und ich find’s immer besser!

      Police ohne Ende, scheissegal, macht Laune!

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